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Holunder

Holunder ist auch unter den Bezeichnungen Fliederbeere, Al- oder Elhorn, Holler, Holder, Eiderbaum bekannt.

Nach neuer Systematik gehört der früher zu den Geißblattge-wächsen (Caprifioliaceae) gezählte Holunder mit seinen 20 – 30 Arten heute zu der Familie der Moschuskrautgewäch-sen (Adoxaceae) und bildet dort die eigene Gattung Sambucus.

3 Arten der Gattung Sambucus sind in Mitteleuropa heimisch. Am bekanntesten von diesen drei Arten ist der Schwarze Ho-lunder, der im heutigen Sprachgebrauch meist verkürzt als „Holunder“ bezeichnet wird. Daneben gibt es den ebenfalls strauchförmigen Roten Holunder und den staudenförmigen Attich oder Zwergholunder. Die Arten wachsen im gemäßigten bis subtropischen Klima und in höheren Lagen von tropischen Gebirgen.

Holunderblüten sind sehr beliebt in der Volksheilkunde, ihre Verwendung ist seit der Steinzeit dokumentiert. Eingesetzt wurden die Blüten bei Wassersucht, Masern, Entzündungen, aber auch Schlangenbissen. Der Strauch galt als Schutzbaum und Zeichen für häuslichen Frieden. Kelten und Germanen sa-hen in ihm den Sitz der beschützenden Göttin Holda.

Heute werden die Holunderblüten aufgrund der nachgewiesenen Inhaltsstoffe (Flavonoide und Hydroxyzimtsäurederivate) mit schweißtreibender, schleimlösender und abwehrsteigernder Wirkung bei fiebrigen Erkältungskrankheiten und grippalen Infekte eingesetzt.

Volksmedizinisch werden sie auch heute noch als Blutreinigungsmittel bei Hautunreinheiten und schlechtem Körpergeruch empfohlen.

Da weder Nebenwirkungen noch Gegenanzeigen oder Wechselwirkungen bekannt sind, können Patienten Holunderblüten auch zur unterstützenden Therapie zusammen mit anderen Arzneimitteln einnehmen. Der Tee wird aus etwa zwei Teelöffeln (3 bis 4 Gramm) Holunderblüten und circa 150 ml siedendem Wasser bereitet und nach fünf Minuten abgeseiht. Patienten sollten mehrmals täglich, besonders in der zweiten Tageshälfte, ein bis zwei Tassen frisch zubereiteten möglichst heißen Tees trinken.

Auch Homöopathen schätzen Schwarzen Holunder. Das Homöopathikum Sambucus nigra (HAB 2000) wird zu gleichen Teilen aus frischen Blüten und Blättern bereitet. Es wird auch als Schnupfenmittel für Säuglinge und Kleinkinder angewendet. Anfälligen und schwächlichen Kindern hilft es zur Aktivierung der körpereigenen Abwehrkräfte. Manche Homöopathen verschreiben Sambucus nigra zur Linderung von Schweißausbrü-chen während des Klimakteriums.

Der Schwarze Holunder ist nicht nur als Heilpflanze beliebt. Im Frühsommer bereichern seine Blüten, im Herbst die Beeren die heimische Küche.

Die vitaminreichen reifen Beeren lassen sich zu Saft, Gelee oder Marmelade verarbeiten und ergänzen einen gesunden Speiseplan. Holundersaft eignet sich wegen seines hohen Gehaltes an Vitamin C besonders zur Vorbeugung und Behandlung von Erkältungen.

Schließlich dienen Blüten und Blätter auch zum Aromatisieren zahlreicher Lebensmittelprodukte einschließlich alkoholischer Getränke wie Wermut und Magenbitter. Einer der bekanntesten ist sicher der italienische Sambuca.

!!Rohe Holunderbeeren können zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen!!